Margaret Atwood erhält Nelly-Sachs-Preis 2009
Heute wurde die kanadische Schriftstellerin mit dem Nelly-Sachs-Preis geehrt, der mit 15.000 € dotiert ist. In einer Feierstunde überreichte ihr die Bürgermeisterin Birgit Jörder die Urkunde. Atwood trug sich zudem ins Goldene Buch der Stadt ein. Die Laudatio hielt die Literaturkritikerin Frauke Meyer-Gosau.
Zu den bekanntesten Büchern von Margaret Atwood gehört mit Sicherheit „Der Report der Magd“, das 1987 auf deutsch erschienen ist und von Volker Schlöndorff als „Die Geschichte einer Dienerin“ verfilmt worden ist. Mit ihrem Werk „Payback: Schulden und die Schattenseiten des Wohlstandes“ (2008) noch vor der Wirtschafts- und Finanzkrise erschienen, warnte sie vor der Schuldenspirale. In ihren Romanen und Science-Fiction-Geschichten beschäftigt sie sich viel mit der Stellung der Frau in der Gesellschaft, aber auch mit anderen aktuellen gesellschaftlichen Problemen und Umweltfragen.
Bürgermeisterin Birgit Jörder hatte Recht, als sie in ihrer Begrüßungsrede davon sprach, dass die Verleihung des Preises im Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 keinesfalls geplant war. Denn sie war eigentlich schon im Dezember 2009 vorgesehen, musste aber aufgrund der damaligen Haushaltssituation verschoben werden. Jörder outete sich in ihrer Begrüßungsrede als Fan von Atwood: „An Ihren Büchern habe ich immer geschätzt, mit welcher Klarheit Sie gegenwärtige gesellschaftliche Fragestellungen aufgegriffen und daraus resultierende mögliche Auswirkungen beschrieben haben.“
In der Laudatio erkannte Frauke Meyer-Gosau zwischen Margarete Atwood und der Namensgeberin des Preises, Nelly Sachs, eine tief reichende Verwandtschaft und eine nahe Verbundenheit trotz der grundverschieden verlaufenden Lebensläufen. Nelly Sachs, in eine jüdisch-deutsche Fabrikantenfamilie geboren, muss im 3. Reich ein Exil nach Schweden und führt dort lange Zeit ein ärmliches Dasein. Es dauert, bis die Weltöffentlichkeit von der Lyrikerin Kenntnis nahm.
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